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Ein großer falscher Zeuge: Elie Wiesel (2. Teil)

1988 veröffentlichte ich in den Annales d’histoire révisionniste [1] einen Artikel mit dem Titel »Un grand faux témoin: Elie Wiesel« (Ein großer falscher Zeuge: Elie Wiesel), ein unredlicher Kronzeuge in dem ich insbesondere schrieb :

Elie Wiesel hat 1986 den Friedensnobelpreis erhalten. Er wird im allgemeinen als Zeuge des jüdischen »Holocaustes« und insbesondere als Zeuge der Existenz von angeblichen Gaskammern, die zur Tötung von Menschen gedient haben sollen, angesehen. […] Aber inwiefern kann Elie Wiesel als Zeuge der Gaskammern gelten? Mit welchem Recht verlangt er von uns, auch nur einen Augenblick an diese Art der Vernichtung zu glauben? In seinem autobiografischen Buch, das seine Erfahrungen aus Auschwitz und Buchenwald wiedergeben soll, erwähnt er die Gaskammern mit keinem Wort. Wohl sagt er, die Deutschen hätten die Juden ausgerottet; aber durch Feuer: indem man sie nämlich – unter den Blicken und mit dem Wissen aller Deportierten – lebendigen Leibes in Freiluftbrennöfen warf (Annales…S. 163).

In einer Fußnote machte ich deutlich, daß der Autor der autobiografischen Erzählung La Nuit das Vergasen von Menschen nur an einer einzigen Stelle vage und flüchtig erwähnt: auf Seite 109 [La Nuit] spricht er, der Gott gern zum Gesprächspartner nimmt, zu diesem: »[diese Menschen,] die Du hast foltern, niedermetzeln, vergasen, auslöschen lassen: was tun sie? Sie beten zu Dir!« (ebenda, S. 168, Fußnote 1)

1992 hat sich ein schweizer Revisionist, Jürgen Graf [2], die Mühe gemacht, die französische Originalversion von La Nuit (1956) [3] mit der 1962 unter dem Titel Die Nacht zu begraben, Elischa erschienenen deutschen Übersetzung [4] zu vergleichen. Diese Übersetzung von Curt Meyer-Clason erwies sich als absolut getreu; bis auf einen Punkt: es schien, als habe der exzellente Übersetzer an allen Stellen, wo in der französischen Fassung von »crématoire(s)« (»Krematorium/-ien«) und »four(s) crématoire(s)« (»Einäscherungsofen/-öfen) die Rede ist, das Wort »Gaskammer(n) eingesetzt. Eine französische Revisionistin, die gleichzeitig Germanistin ist, A. W., hat für mich dankenswerterweise diesen Sachverhalt überprüft. Das Ergebnis dieser Arbeit ist folgendes:

An 13 Stellen sind »crématoire(s)« und »four(s) crématoire(s)«, mit »Gaskammer(n)«, und an einer Stelle mit »Vernichtungslager« (Konzentrationslager mit Gaskammer) ausgetauscht worden. An einer Stelle wurde aus »vernichtet« (»exterminé«) »vergast«. Insgesamt hat der deutsche Übersetzer an fünfzehn Stellen Gas eingesetzt, wo der Autor nichts dergleichen geschrieben hat. Die Seiten, auf denen man diese Manipulationen nachvollziehen kann, sind (jeweils französisches Original deutsche Übersetzung):

Page 57 – Seite 53 (2 Stellen)
Page 58 – Seite 54
Page 61 – Seite 57
Page 62 – Seite 57
Page 67 – Seite 62 (2 Stellen)
Page 84 – Seite 76
Page 101 – Seite 90
Page 108 – Seite 95
Page 109 – Seite 95
Page 112 – Seite 98
Page 129 – Seite 113
Page 163 – Seite 140
Page 174 – Seite 150 [5]

Es ist interessant, zu bemerken, daß das Lager, von dem Elie Wiesel an den beiden letzten Stellen spricht, nicht mehr das von Auschwitz – Wiesel verließ es im Januar 1945 – sondern das von Buchenwald ist. Das Lager Buchenwald, von dem alle Historiker schließlich zugegeben hatten, daß es keine Gaskammern besaß, wird somit wieder mit Gaskammern ausgestattet

In meinen Augen trägt Elie Wiesel die persönliche Verantwortung für diese betrügerischen, und wie man sehen kann, absichtlichen und systematischen Manipulationen. Elie Wiesel trägt diese Verantwortung, solange er nicht in aller Öffentlichkeit seine Rolle in Bezug auf diese seltsame deutsche Übersetzung klarstellt. Auch in einem anderen Punkt erwarte ich schon seit Jahren eine Erklärung von unserem Mann: warum hat er sich im Januar 1945 entschlossen, Auschwitz mit den Deutschen zu verlassen, anstatt vor Ort auf die Sowjets zu warten? Warum haben sich sein Vater und er nach reiflicher Überlegung – und obwohl die Deutschen ihnen freie Wahl ließen – dafür entschieden, das Lager mit ihren »Vernichtern« gemeinsam zu verlassen, anstatt im Lager die sowjetischen »Befreier« zu erwarten?

Man muß zu diesem unklaren Abschnitt im Leben von Vater und Sohn Wiesel das Ende von La Nuit noch einmal lesen. Zuvor muß daran erinnert werden, daß Elie Wiesel stets auf den streng autobiografischen Charakter seines Buches verwiesen hat. Noch 1990 erklärte er: »Jedes Wort davon ist absolut wahr«. (»Every word of it is absolutely true«) [6]. Auf den Seiten 124-130 von La Nuit berichtet er, daß er am Jahrsende 1944 als 16jähriger Auschwitz-Häftling eines Tages eine Infektion am rechten Fuß hatte. »Ein bedeutender jüdischer Arzt, Häftling wie wir [mein Vater und ich selbst]«, befand, daß ein chirurgischer Eingriff notwendig sei (S. 124). Der junge Elie wurde vom Auschwitzer Krankenhaus »in weiße Laken aufgenommen […] Das Krankenhaus war ganz und gar nicht schlecht: man hatte Anrecht auf gutes Brot und dickere Suppe« (ebenda). Sein Arzt assistierte die ganze Operation über bis zum Erwachen des jungen Patienten. Kurz danach, im Januar 1945, kündigten die Deutschen die Evakuierung des Lagers an: »Die Kranken können im Krankensaal bleiben. Sie werden nicht evakuiert« (S. 129). Der junge Mann befragte seinen Vater. »Er war in tiefes Nachdenken versunken. Die Wahl lag in unseren Händen. Zum ersten Mal konnten wir selber über unser Schicksal entscheiden: Beide im Krankenhaus bleiben, wohin ich dank meines Doktors [meinen Vater] als krank [was er nicht war] oder als Krankenpfleger [was er auch nicht war] kommen lassen konnte. Oder aber den anderen folgen« (S. 129-130). Der Fortgang der Erzählung klärt uns auf: obgleich dem jungen Mann das Gehen noch schwer fiel, wurde einvernehmlich die Entscheidung getroffen: es sollte – und würde – am 18. Januar 1945 der Abmarsch mit den Deutschen in Richtung Westen sein (S. 130-133) [7].

Wie soll das alles mit einer systematischen Ausrottungspolitik, zumal der kranken und arbeitsunfähigen Juden, zusammenpassen?

Der Vater Elie Wiesels starb später in Buchenwald an der Ruhr. Er selbst und zwei seiner Schwestern überlebten den Krieg. Elie Wiesel ist oft zu sehen und zu hören. Seine Schwestern halten sich bemerkenswert zurück [8].

 

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Anmerkungen

[1] Annales d’histoire révisionniste nr 4, Frühjahr 1988, S. 163-168.

[2] Jürgen Graf ist der Autor der Bücher Der Holocaust auf dem Prüfstand, 1992, VIII-113 Seiten, und Der Holocaust-Schwindel, 1993, XIV-266 Seiten. Diese beiden Bücher sind beim Guideon Burg Verlag, Postfach 52, CH-4009 Basel, erschienen.

[3] La Nuit, Vorwort von François Mauriac, Les Éditions de Minuit, Paris 1958, 178 S.

[4] Die Nacht zu begraben, Elischa, mit einer Einleitung von Martin Walser und dem Vorwort von François Mauriac, Übersetzung von Curt Meyer-Clason, Ullstein, Berlin 1962. Die Übersetzung von La Nuit nimmt die Seiten 17-153 ein.

[5] Primo Levi hat sich einer Operation der gleichen Art hingegeben, ohne sich eines Übersetzers zu bedienen. Siehe Si c’est un homme (Se Questo è un Uomo), Julliard/Presses Pocket, Paris 1993, 224 Seiten (Anm. d. Ü.: In Deutschland zuletzt 1992 unter dem Titel Ist das ein Mensch? bei dtv, München, erschienen). Der erste Teil des Buches ist der längste und wichtigste; er umfaßt 180 Seiten (S. 7-186) und ist im Jahre 1947 verfaßt worden; der Autor schreibt, ab Seite 19, erst nach dem Krieg von Judenvergasungen in Birkenau erfahren zu haben. Er selbst arbeitete in Buna-Monowitz und ist nie nach Birkenau gekommen. Ebenso spricht er in äußerst undeutlichen Worten und nur an fünf Stellen von »der« Gaskammer (S. 19, 48, 51, 96, 135); er begnügt sich, sie lediglich zu erwähnen, stets in der Einzahl und wie ein Gerücht, von dem »jedermann spricht«  (S. 51). 30 Jahre später haben die Gaskammern in einem 1976 geschriebenen »Anhang« ihren großen Auftritt: auf 26 Seiten (189-214), die aufgrund ihrer engen Typografie 30 Seiten gleichkommen, werden sie vom Autor an elf Stellen erwähnt (S. 193 [zweimal], 198 [dreimal], 199, 202 [zweimal], 202, 209, 210). An zwei Stellen spricht er von »Gas« und an neun Stellen von »Gaskammer« (immer in der Mehrzahl). Er schreibt, als habe er sie gesehen: »Die Gaskammern und die Krematorien waren vorsätzlich dazu bestimmt, das Leben und die Körper waren tatsächlich als Duschräume mit Rohren, Wasserhähnen, Umkleidekabinen, Kleiderständern, Bänken [usw.] getarnt« (S. 198). Er scheut sich nicht, zu schreiben: »Die Gaskammern und die Krematorien absichtlich so angelegt worden waren, dass sie Leben zerstörten die Körper von Menschen in Millionenzahl zu vernichten; der furchtbare Rekord kommt dabei Auschwitz zu, wo allein an einem Tag im August 1944 24 000 Menschen getötet wurden« (S. 201-202).

Elie Wiesel und Primo Levi stehen nicht allein, ihre Erinnerungen auf diese Weise »bereichert« zu haben.

Primo Levi war Chemiker. Über den Schiffbruch in wissenschaftlicher Hinsicht, den er mit seinem Buch Se Questo è un Uomo erlitt, über seine Delirien, siehe Pierre Marais : En lisant de près les écrivains chantres de la Shoah – Primo Levi, Georges Wellers, Jean-Claude Pressac, La Vieille Taupe, Paris 1991, 127 Seiten; insbesondere das Kapitel »Le chimiste, la batterie de camion et… les chambres à gaz«, welches Primo Levi gewidmet ist (S. 7-21). Dieser hat sich am 11. April 1987 das Leben genommen. In seiner Eigenschaft als Jude durfte er, als er am 13. Dezember 1943 – 24 Jahre alt – von der faschistischen Miliz festgenommen wurde, nicht erschossen werden. »Die Faschisten hatten ihn als Partisan gefaßt (er hatte noch eine Pistole bei sich); er hat sich als Jude erklärt, um nicht auf der Stelle erschossen zu werden. Und als Jude wurde er an die Deutschen ausgeliefert. Die Deutschen schickten ihn nach Auschwitz […]« (Ferdinando Camon, »Chimie/Levi, la mort«, Libération, 13. April 1987, S. 29).

[6] Chicago Tribune, 8. Mai 1990, Teil 2, S. 5, Spalte A.

[7] »We were waiting for the Russians as I waited for the Messiah« (»[In Auschwitz] warteten wir auf die Russen, so wie ich auf den Messias wartete«). Diese glatte Lüge äußerte Elie Wiesel in einer Fernsehsendung am 27. November 1991: »Facing Hate With Elie Wiesel and Bill Moyers« (»Im Angesicht des Hasses, mit Elie Wiesel und Bill Moyers«), PBS, Transcript, S. 8.

[8] La Nuit scheint nichts anderes als die beträchtlich gekürzte Fassung eines 800-Seiten-Buches zu sein, das Elie Wiesel 1956 in einer Stadt in Argentinien unter einem Titel, der in etwa hieß »Und die Welt blieb still«, auf jiddisch geschrieben haben soll (Elizabeth Devereaux, »Elie Wiesel«, Publishers Weekly, USA 1992, S. 40). Es wäre sicherlich aufschlußreich, diese erste Fassung, die keinerlei Erfolg hatte, mit der verdichteten französischen La Nuit zu vergleichen.