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Betet Papst Franziskus für den Zionismus?

Während seines Besuchs in Israel Ende des Monats Mai 2014 hat Papst Franziskus (Jorge Bergoglio im bürgerlichen Leben) einen Stein auf den Grabstein von Theodor Herzl (1860-1904) gelegt, der Autor von Der Judenstaat (1896) und Gründer der zionistischen Bewegung (1897) war. Er hat vor diesem Grab eine stille Andacht gehalten, an seiner Seite der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu, ein wahrer Falke durch und durch.

Die Medien habe verschiedene Aspekte dieses Papstbesuches breitgetreten, vor allem die Ehrungen, die er dem jüdischen Volk gegeben hat, sei es vor der Klagemauer, sei es in Yad Vashem, sei es beim Küssen der Hände von sechs (keine zufällig gewählte Zahl) „Überlebenden“ oder „Wundersam Geretteten“ des „Holocaust“.

Die gleichen Medien waren weitaus diskreter hinsichtlich einer weitaus bemerkenswerteren päpstlichen Initiative: die erwiesene Ehrung gegenüber einem Gründer einer politischen und nicht religiösen Bewegung, dem Zionismus, die bestimmt, daß das Land der Palästinenser allein den Juden gehört. Die Zionisten verhalten sich so, als wären alle Mittel recht, um den jetzigen Staat Israel zu erhalten und zu erweitern, auch mittels der Apartheid, mittels einer „Mauer“ des Schutzes vor dem Eingeborenen, dem Besitz der Atomwaffe und des ewigen Kriegs für den ewigen Frieden. Diese Bewegung ist so wenig religiös, das sie durch viele Juden oder Israelis als der jüdischen Religion widersprechend verurteilt wird.

In Israel oder anderswo küßt oder umarmt Bergoglio im Überfluß, auch mit Geschmuse, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Sowohl der Jude Shimon Peres als auch der Muslime Mahmud Abbas kommen in den Genuß seiner Ergüsse, aber, Achtung, die Behandlung ist nicht gleichartig in dem einem und dem anderen Fall, und man hat den heiligen Mann noch nicht gesehen, seine Ehrerbietungen vor dem Grabstein eines palästinensischen Führers auszuüben, der genauso feste Überzeugungen hätte wie diejenigen der Hamas.

Der Papst Franziskus brennt vor Liebe für Israel (der ihn im Auge hat), macht sich über Abbas lustig (der das weiß, aber gute Miene zum bösen Spiel macht) und haßt den zu katholischen Mgr. Williamson (der, als guter Schotte, ihm nicht einen Zentimeter nachgibt und ihn unter Beobachtung hält).

8. Juni 2014